priss

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Priss komponiert

Das Schreiben eines guten Songs ist nicht zuletzt Sache einer starken Vision. Die größten Songwriter hören – wie ich aus Interviews mit ihnen weiß - ihre Songs bereits weitgehend fertig im Kopf, spielen sie dann am Piano oder auf der Gitarre und schreiben das Ganze auf - fertig. Früher habe ich meine Songs aus einer Vielzahl von 4- bis 8-taktigen Ideenskizzen zusammen collagiert - ich habe unzählige DAT-Bänder mit Ideenskizzen. Heute versuche ich meine Songs in einem Rutsch zu schreiben. Eine Ausgangsidee „fliegt mir zu“, - und danach versuche ich - esoterisch formuliert - auf einen kreativen „stream“, in einen künstlerischen „flow“ zu gelangen: Die erste Idee sagt mir, wie es danach weitergehen muss, und das Ergebnis lässt mich weiter „fließen“ zu weiteren Songteilen und zum fertigen Song. Ein Teil provoziert den nächsten, provoziert letztlich den ganzen Song. Im Laufe der Jahre habe ich mein Gehör und meine Hände so weit trainiert, dass ich mich in Phasen kreativer „flows“ nicht mehr lang mit dem Suchen und Zusammensetzen von Harmonien aufzuhalten brauche. Was ich im Kopf oder sonst wo höre, kann ich mittlerweile in kürzester Zeit auf dem Piano spielen.
Einen so entstandenen Song nehme ich dann „roh“ mit E-Piano, Bass und Drums auf DAT auf und lasse ihn „liegen“. Wenn er sich noch Wochen später in meinen Gehörgängen hält und mich dadurch quasi „zwingt“, ihn aufzunehmen, kommt es zur „Produktion“ des Songs in meinem kleinen, aber feinen Remmidemmi-Studio. Und vielleicht ist mir dann mit viel Glück ein brauchbarer Song gelungen...

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