Über Priss
Meine musikalische Laufbahn begann damit, dass meine Mutter sich 1976 eine Crumar Heimorgel kaufte, aber mein Bruder und ich darauf letztlich Unterricht bekamen. Da war ich (schon) 13 Jahre alt. Die Orgel klang schon sehr „elektronisch“. Noch elektronischer aber wurde es, als ich 1980 meinen ersten Synthesizer bei Rudi Welches in Kamen kaufte: Einen Moog Prodigy. Damit fühlte ich mich gerüstet für eine glänzende Karriere als Rock-Musiker! Zu dem Zeitpunkt bekam ich einen neuen Orgellehrer Jörg van Hoorn aus Essen-Bredeney. Wir spielten viel Swing, Jazz und Pop. Durch ihn lernte ich das Allerwichtigste in der Musik - das Improvisieren. Dafür bin ich ihm noch heute sehr dankbar. Mit 17 ergab sich für mich die Gelegenheit, der Schülerband meines Gymnasiums Essen Nord-Ost als Keyboarder beizutreten. In dieser Zeit und bei dieser Gelegenheit entdeckte ich mein Talent, Songs für eine Rockband zu schreiben. Für diese Band - sie hieß übrigens „Apoplex“ - komponierte ich damals fast ganz alleine das gesamte Programm. Mit „Apoplex“ sammelte auch ich erste Live-Erfahrungen. Nach diversen Meinungsverschiedenheiten verließ ich 1982 die Band, die sich kurz danach auflöste. Mein Lehrer Jörg van Hoorn hatte eine teure Tandberg Tonbandmaschine, mit der man Tracks bouncen konnte. Auf ihr durfte ich 1983 meine ersten Mehrspur-Aufnahmen machen nochmals danke auch dafür, Jörg! Es folgten diverse weitere Bands, aus denen nie richtig etwas wurde. Von 1987 bis 1988 spielte ich in der Band „Indigo“. Diese Band war mir damals die musikalisch „nächste“. Wir machten eine relativ ruhige und atmosphärisch dichte elektronische/keyboardlastige Musik mit deutlichen Funk- und Rock-Elementen, die das Publikum bei Konzerten aber nicht so recht zu schätzen lernen wollte. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir keinen „echten“ Drummer hatten und unsere wenigen Live-Gigs mit Sequencern und Drum-Computern bestritten. Vielleicht waren wir aber einfach nur nicht gut genug...
Im Mai 1989 kurz vor Ende meines Studiums der Kunst und Germanistik wurde ich durch eine Zeitungsannonce und nach einem „casting“ Mitglied der Bochumer Deutsch-Rockband „Hartmann“. Mit dieser Band gab es nicht nur CD-Veröffentlichungen, sondern auch eine Vielzahl „großer“ und höchst erfolgreicher Live-Gigs sowie Einsätze als Support-Act für Bands wie New Model Army, Saga und Status Quo. Aufgrund interner Meinungsverschiedenheiten und Zeitmangels verließ ich die Band Ende 1990.
Danach habe ich hobbymäßig in mehreren Jazzbands herumgejammt und eingeschlafene Kontakte zu alten Musikerkollegen aufgefrischt. Vor allem aus beruflichen Gründen ich verdiene meine Brötchen leider mit etwas völlig anderem als Musik arbeite ich seit 1994 alleine. Ich bedaure das sehr. Und genau seit dieser Zeit existiert auch der Name/das Projekt „Priss“.
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